Hotbox war gestern: Wieso diese Zürcher*innen Coffeeshops bevorzugen

 

Dem Dasein als Kiffer*in folgt ein Ruf der Faulheit. Zu faul, um sich um den Haushalt zu kümmern, Rechnungen rechtzeitig zu zahlen und viel zu faul, um das Haus überhaupt erst zu verlassen. Von daher wundert es auch nicht wirklich, dass Begriffe wie Hotbox (ein zugequalmtes Zimmer ohne Lüftung oder Fenster) eine grosse Bedeutung in der Welt der kiffenden Gesellschaft hat. Zurückzuführen ist dies sicherlich auch auf die Tatsache, dass Gras verteufelt und gesetzlich bestraft und in vielen Köpfen Marijuana mit harten Drogen gleichgestellt wurde.

Diese Zeiten sind Gott sei Dank Geschichte. Legales CBD-Gras ist erlaubt und an vielen Orten in der Schweiz erhältlich. Viele 420-Herzen schlugen höher, als Ende letzten Jahres der erste Spacemonki Blogbeitrag etwas ankündigte, worauf Zürcher Stoner*innen seit ihrem ersten Zug an einem Joint träumen: Die Stadt erhielt ihren ersten Coffeeshop. Ein Ort, an dem sich gute Atmosphäre, gemütliche Sitzgelegenheiten und Gleichgesinnte treffen, um über Gott und die Welt zu diskutieren und gute Musik zu hören. Dabei das wohl beste CBD der Stadt kaufen und konsumieren zu können, während man sich einen Red Cappuccino gönnt – ein Traum.

Wir haben vier Zürcher*innen gefragt, was sie von Coffeeshops halten und was den kleinen aber feinen Unterschied dazu macht, zu Hause oder eben irgendwo draussen sich eine Tüte zu gönnen.

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Laura* (26)

Bist du ein Fan von Coffeeshops?

Ist der Papst katholisch? (lacht) Nein, ernsthaft, ist das eine Frage? Ja!

Da scheint jemand begeistert zu sein. Erzähl uns wieso du ein Fan bist.

Naja, es ist eine Bar für Kiffer*innen.

Und wo liegt für dich der Unterschied, ob du deinen Joint zu Hause oder in einem Coffeeshop anzündest?

Wo liegt der Unterschied, ob man einen guten Wein zu Hause oder in einer Bar trinkt? (lacht. Wieder.) Ich glaube wirklich, dass man es damit gut vergleichen kann. Man ist unter Leuten und raucht gutes CBD (in meinem Fall), unterhält sich und wer weiss, vielleicht lernt man den einen fürs Leben kennen, der noch dazu ebenfalls raucht. Ausserdem hat es meistens in den Coffeeshops eine grössere Auswahl an Weed-Sorten als zu Hause (hoffe ich mal).

Hast du denn eine Lieblingssorte?

Als ich noch ausschliesslich THC-haltiges Gras rauchte, waren es verschiedene Haze-Sorten. Das hat sich mit dem CBD eigentlich nicht geändert, jedoch kam noch die Sorte „Erdbeerli“ vom Greenpassion dazu.

Sandra* (22)

Wie stehst du zu Coffeeshops? Yay or Nay?

Ich muss dir ehrlich gestehen, dass ich nur zweimal in einem drin war und zwar in Amsterdam. Dass es einen in Zürich gibt, wusste ich auch nicht, finde es aber eine coole Sache. Von daher klar ein Yay!

Wieso warst du bisher so selten in einem Coffeeshop?

Ich mag die heimelige Atmosphäre bei mir oder bei Freund*innen zu Hause lieber, als unter Leute zu gehen. Je nachdem fühle ich mich sogar unwohl. Von daher will ich lieber meinen Safe Space nicht verlassen. Der Nachteil ist, dass dann die Bude vollgequalmt ist. Empfiehlst du mir denn das Spacemonki?

Auf jeden Fall.

Na dann werde ich mal dem Affen einen Besuch abstatten!

Nikola* (32)

Wie findest du Coffeeshops?

Tolle Sache! Bars in denen Alkohol ausgeschenkt wird, gibt es ja auch. Im Gegensatz zum Alkohol allerdings, ist noch keiner von einer Überdosis an Cannabis gestorben. Wieso also nicht?

Was gefällt dir konkret an der Tatsache, in einer Bar rauchen bzw. kiffen zu können?

So komme ich etwas unter die Leute. Wenn ich bekifft zu Hause bin, mag ich gar nicht mehr raus, was manchmal ganz gut ist. Aber hin und wieder brauche ich etwas Gesellschaft von Gleichgesinnten und unter meinen Freund*innen gibt es nur wenige Kiffer*innen. Wenn ich Spacecakes backe oder mir einen selbstgebrauten Hanftee gönne, bleibe ich aber doch lieber zu Hause.

Warst du schon mal im Coffeeshop des Spacemonki?

Ja, ich bin immer mal wieder dort, vor allem wenn ich mal wieder Lust auf CBD habe. Eine Freundin von mir trifft man dort oft an, sei es im Club am tanzen oder im Coffeeshop am rauchen, weshalb ich auch öfters mal dort bin. Gefällt mir gut.

*Namen von der Redaktion geändert

 

 
Kevin Oberholzer