So überwindest du deinen Kater ohne Alka-Seltzer

 

Hochmut kommt bekanntermassen vor dem Fall. Man ersetze hier das Wort Hochmut mit Rausch: Tanzend, weltliebend, gesprächig. Kurz, betrunken. Je höher dieser „Hochmut“ umso tiefer dann jedoch der Fall. Und der kann es – besonders im Alter wohlgemerkt – ziemlich in sich haben. Wir kennen sie alle, diese Momente, in denen wir auf alles, was uns heilig ist, schwören, nie wieder auch nur an einer Alkoholflasche zu riechen, geschweige denn, sich mit dem Inhalt volllaufen zu lassen.

Doch der Mensch wäre nicht Mensch, wenn er nicht dazu neigen würde, viele wichtige Lebensweisheiten zu vergessen. Wir finden uns also (maximal 2-3 Wochen später) wieder in einem unglaublich lustigen Saufgelage und denken nicht an morgen – wozu auch?

Der Fall lässt auch hier nicht lange auf sich warten. Der trockene Mund, der nach Wasser schreien würde, wenn er denn nur könnte, das helle Licht und die Farben, die man vor lauter Kopfschmerzen fast schon hören kann, scheinen in diesem Augenblick deine grössten Feinde zu sein.

Das Phänomen wird im Volksmund auch Kater genannt und braucht eigentlich gar nicht so schlimm zu sein, wie gerade beschrieben. Doch auch hier gilt, wie in vielen Segmenten des Lebens, dass eine gute Vorbereitung das A und O ist. Um euer nächstes Feiern und vor allem das Ausnüchtern netter zu gestalten, haben wir einige Tipps von Experten aufgelistet – und nein, bei den Experten handelt es sich nicht um Courtney Love und ähnliche halbtote Alkoholiker. Natürlich wisst ihr genauso wie wir, dass ein guter Boden, viel Wasser und keine Getränke mischen hier die wichtigsten Tipps sind. Was aber tun, wenn man all diese Routine-Regeln missachtet hat? Das hier:

Salz: Unser Freund und Retter

Für euch mag das verkehrt klingen (vor allem wenn ihr auch schon das Pech hattet, euch vor lauter Rausch die Seele aus dem Leib kotzen zu dürfen), aber ein saftiges Frühstück danach kann wahre Wunder bewirken. Ernährungsberaterin Silke Resmeier meint, dass salzige Fischgerichte, Eier, Essiggurken, Hühnerbouillon oder ein Tomatensaft die beste Medizin gegen einen heftigen Kater sind. Ihr solltet dabei trotzdem aufpassen, dass ihr euch kein Fast Food gönnt – eurer Leber zuliebe. Die gute hat schon genug damit am Hut, den Alkohol abzubauen, da braucht es nicht noch weitere Schadstoffe von Big Mac und Co.

Tee wie bei Oma

Wenn ihr es also versäumt habt (wieso auch immer) während des Feierns hydriert zu bleiben, heisst das noch lange nicht, dass ihr das nicht am Tag des Katers nachholen könnt (und solltet!). Also, falls euer geplagter Körper nicht schon von sich selber aus nach Wasser verlangt, dann helft nach. Kamillentee wie beim Grossi früher soll dabei eine ganz gute Alternative zum gewöhnlichen Wasser sein, da es den Magen sehr beruhigt. Der beste Tipp ist und bleibt jedoch, vor dem Schlafengehen 3 Gläser Wasser runterzukippen. Im schlimmsten Fall müsst ihr euch übergeben (was wiederum den Vorteil hat, dass viele Giftstoffe aus dem Körper ausgeschieden werden) und im besten Fall habt ihr tatsächlich einen viel kleineren Kater am nächsten Tag. Ein Käterchen, wenn ihr so wollt.

Ingwer-Shots für alle!

Unser Autor setzt bei jedem Kater auf das scharfe Gewächs. Vermutlich dreht sich euch der Magen um, wenn ihr verkatert auch nur das Wort Shots hört. Hierbei geht es aber um eine Art Smoothie: Gebt ein Stück Ingwer zusammen mit etwas Honig, Wasser und Zitrone in einen Mixer. Den Smoothie in ein Shotglas geben (den Rest, der übrig geblieben ist, in den Kühlschrank stellen – das Zeug ist noch tagelang haltbar und kann zum Frühstück getrunken werden) und runterexen. Im asiatischen Raum schwört man bei vielen Beschwerden auf die gelbe Wurzel – auch beim Hangover. Bei der jahrtausendalten chinesischen Medizin möchte man doch meinen, dass sie es wissen müssten. Bei uns hats jedenfalls geklappt!

 

 

 
Kevin Oberholzer